Der Menschenhandel

Unter Menschenhandel versteht man die Anwerbung, die Beförderung von einem Ort zum anderen, im gleichen Land oder in ein anderes Land, die Beherbergung oder Aufnahme von Personen unter Androhung von Gewalt oder anderen Formen von Zwang, mit dem Ziel sie auszubeuten (durch Prostitution, Zwangsarbeit, Organhandel,…).

Nicht zu verwechseln sind die Einschleusung von Migranten, die auf der Beförderung von Personen beruht und der Menschenhandelder auf der Ausbeutung beruht.

Menschenhandel ist eine schwere Straftat, und ist entsprechend im Strafgesetzbuch (Artikel 382-1 ff) definiert.

Dieses Verbrechen wird strengstens bestraft (Freiheitsstrafe von 3 bis 10 Jahren und Geldbuße bis zu 100.000 Euro).

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Unterschiedliche Formen des Menschenhandels

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung

Der Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung beinhaltet die Anwerbung, Beförderung von einem Ort zum anderen, Beherbergung oder Aufnahme einer Person mit dem Zweck, sie zur Prostitution zu zwingen und damit rechtswidrige Gewinne zu erzielen.

Ein Großteil der Opfer von Menschenhandel in Europa stammt aus Ländern Osteuropas, aus Afrika, China und Lateinamerika.

Die betroffenen Personen, zumeist sehr jung und aus ärmlichen Verhältnissen kommend, werden in ihren Herkunftsländern angeworben, allein oder mit Hilfe organisierter Netze, mit dem Versprechen auf eine Arbeit in einem Land der europäischen Union. Die Opfer durchleben danach eine Phase der Vorbereitung, beruhend auf physischer und moralischer Gewalt, ihnen gegenüber und/oder den Angehörigen im Heimatland. Widerstandslos, ihrer menschlichen Identität und ihrer Freiheit beraubt, isoliert in einem Land dessen Sprache sie nicht kennen, werden sie wie Ware gehandelt. Sie werden von Zuhältern ausgebeutet die von ihren Opfern die Rückzahlung einer angeblichen und beträchtlichen Schuld verlangen.

Die erzwungene Bettelei

Die erzwungene Bettelei

Die Hauptschwierigkeit in diesen Fällen besteht in der Identifizierung, d.h. den Unterschied zwischen Personen, die ohne Druck für ihre Familie betteln und denjenigen, die dazu gezwungen werden, täglich eine Geldsumme zu erbetteln, zu erkennen.

Die Zwangsbettelei, von der Bettelei aus wirtschaftlichen Gründen schwer zu unterscheiden, erscheint oft in Form einer familiären Ausbeutung, beruht aber in der Regel auf einer Organisation kombiniert mit anderen Formen von Menschenhandel.

Anstiftung zu strafbaren Handlungen oder Verbrechen

Anstiftung zu strafbaren Handlungen oder Verbrechen

Die Opfer werden beispielsweise dazu gezwungen, Ladendiebstähle oder Einbrüche zu begehen, Drogen oder Waffen zu verkaufen, illegale Waren zu schmuggeln, Geld zu veruntreuen, Kreditkarten via Internet zu kopieren und zu stehlen.

Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung von Arbeitskräften

Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung von Arbeitskräften

Ein Fall von Ausbeutung von Arbeitskräften liegt dann vor, wenn eine Person eine andere anwirbt, befördert oder auch beherbergt zum alleinigen Zweck dessen Arbeitskraft auszubeuten und dabei alle arbeitsrechtlichen Regelungen missachtet. Oft profitiert der Menschenhändler selbst von der Arbeitskraft oder dessen Ergebnissen, ist aber möglicherweise auch Mitglied eines Netzwerkes. In diesem Fall übernimmt er die Anwerbung, die Beförderung oder die Beherbergung und vermittelt das Opfer weiter an den Ausbeuter. Die am stärksten betroffenen Branchen sind das Baugewerbe, die Altenpflege und die Kinderbetreuung.

Verkauf oder Handel mit Kindern

Verkauf oder Handel mit Kindern

Als Opfer von Kinderhandel bezeichnet man Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren welche angeworben, befördert, weitergeleitet, beherbergt oder aufgenommen werden, dies zum Zweck der Ausbeutung, in- oder außerhalb eines bestimmten Landes.

Von Verkauf von Kindern spricht man, wenn ein Kind gegen Entgelt oder gegen andere Vorteile einer Person übergeben wird.

Bei diesem Handel sind die Kinder des Öfteren Gewalttätigkeiten und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Die Kinder werden ihres Rechts auf Schutz und Sicherheit beraubt, dem Recht im Schutz einer Familie aufzuwachsen und dem Zugang zu einer schulischen Ausbildung.

Die verschiedenen Merkmale von Menschenhandel

Ausbeutung

Die Opfer werden zu Prostitution, Zwangsarbeit, organisierter Bettelei, zum Begehen einer schweren Straftat oder eines Vergehens gezwungen. Sie leben unter ständiger Bedrohung und werden des Öfteren gefangen gehalten und misshandelt.

Anwerbung

Die Opfer werden mit falschen Versprechungen im Hinblick auf einen Arbeitsplatz oder der Finanzierung von Studien angeworben, mit verführerischen Methoden oder durch Entführungen…

Beförderung

Die Opfer werden von einem Land ins andere befördert, mit oder ohne Papiere, oft unter schwersten Bedingungen, in Personen- oder Lastkraftwagen versteckt.

Beherbergung

Die Opfer leben unter menschenunwürdigen Bedingungen und unter dem Einfluss ihrer Ausbeuter.

Was tun?

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Erkennen

Opfer von Menschenhandel können sich in den verschiedensten Situationen befinden.
Ein oder mehrere Anzeichen, die darauf hinweisen, dass eine Person Opfer von Menschenhandel ist, sind:

Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Symbol um mehr zu erfahren. Betätigen Sie die Symbole um mehr zu erfahren.
  • Enfermement Enfermement
    Einkapselung
    • Sie kann ihren Arbeitsplatz nicht verlassen oder meint, ihn nicht verlassen zu dürfen
    • Sie vermittelt den Eindruck, überwacht zu werden
    • Sie hat keine oder kaum soziale Kontakte und keine Beziehungen nach außen
  • Enfermement Enfermement
    Zwang
    • Sie fühlt sich gezwungen zu arbeiten (aus Angst, wegen Schulden, usw.)
    • Sie lässt andere für sich sprechen
    • Sie reagiert, als müsse sie Anweisungen Folge leisten
    • Sie wird bestraft, falls die Arbeit nicht gut gemacht ist
    • Sie ist von jemandem abhängig
  • Enfermement Enfermement
    Angst
    • Sie ist verängstigt oder hat Angst vor Personen in ihrem Arbeitsumfeld
    • Sie ist misstrauisch gegenüber Behörden, hat Angst ihnen ausgeliefert zu sein (Angst vor Repressalien oder Ausweisung)
  • Enfermement Enfermement
    Gewalt
    • Sie ist Gewalttätigkeiten ausgesetzt oder Androhungen von Gewalt gegen die eigene Person oder ihre Angehörigen
    • Sie zeigt äußere Anzeichen von Gewalt
    • Sie wird beschimpft und schlecht behandelt
    • Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen sind menschenunwürdig (Arbeitsplatz, Arbeitszeiten, usw.)
  • Enfermement Enfermement
    Instabile Situation
    • Sie hat keine Ausweispapiere
    • Sie kennt die in Luxemburg üblichen Sprachen nicht
    • Sie kennt die Adresse ihrer Unterkunft oder ihres Arbeitsplatzes nicht
    • Sie wird nicht oder sehr schlecht bezahlt
    • Sie hat keinen Zugang zu medizinischer Versorgung

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Handeln

Police Grand-Ducale

Falls Sie Anzeichen von Menschenhandel erkennen, melden Sie dies bei der Polizei in Luxemburg unter der Nr. 4997-6210 Bürozeiten) oder 113 (außerhalb der Bürozeiten) oder schreiben Sie eine E-Mail an traite@police.etat.lu

ODER

Hilfsdienste für Opfer von Menschenhandel

Sie können auch einen der beiden Hilfsdienste für Opfer von Menschenhandel kontaktieren.

Savteh

T. 621 31 69 19 oder 26 48 26 31

E-mail : traite.humains@visavi.lu

MO 9h00-13h00, MI 9h00-17h00, DO 9h00-17h00, FR 13h00-17h00

Coteh

T. 621 35 18 84 oder 24 87 36 22

E-mail : coteh@fmpo.lu

MO 8h30-16h00, DI 08h00-12h00 & 13h30-16h30, MI 13h30-16h30, FR 8h00-12h00